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Vom schöpferisch Wissenden zum Unwissenden
Unser wahres Analphabetentum ist nicht das Unvermögen,
lesen und schreiben können,
sondern das Unvermögen,
wahrhaft schöpferisch tätig zu sein.
Das Kind besitzt diese schöpferische Fähigkeit.
Das scheinbar analphabetische,
scheinbar unwissende Kind ist gar nicht unwissend
und gar kein Analphabet,
sondern ein schöpferisch Wissender
und wird erst durch unser Erziehungssystem
zum wahren Analphabeten,
zum schöpferisch Unwissenden degradiert.
Dem Erwachsenen, der unter der schöpferischen Impotenz leidet,
die ihm anerzogen wurde,
bleibt nur die Möglichkeit,
sich an seine eigene Kindheit zurückzuerinnern
und dort anzuknüpfen, dort fortzusetzen,
wo man ihn aus seinen Träumen riss,
die gar keine Träume waren,
sondern seine reale Basis, die Wurzeln seiner Existenz,
ohne die er nie und nimmer
wahrhaftig Mensch sein kann.
(Hundertwasser, 7. August 1981)
